Arbeitsprogramm 2022/23

*Dieser Beitrag wurde automatisch übernommen und ist keine Veröffentlichung der LAK Bremen.*

Vorbemerkung  

Diesem Arbeitsprogramm und dem gesamten Wirken des fzs liegt ein Verständnis zugrunde, das gesellschaftliche Herrschafts- und Klassenverhältnisse, Ausgrenzung und Diskriminierung anerkennt, in der Konsequenz Feminismus als Querschnittsthema sieht und überall in seinem Handeln eine queer-feministische Perspektive einnimmt. Feminismus und Antidiskriminierung sind nichts, was nur bestimmte Personen oder Gruppen im Verband beschäftigt, sondern eine Grundhaltung des Verbandes. Auch das Themenfeld Nachhaltigkeit und nachhaltiges Handeln nimmt im fzs eine solche Querschnittsposition ein. Nachhaltigkeit wird dabei auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene nach Möglichkeiten des Verbandes gelebt. Der fzs versteht Bildung als Weg, sich kritisch die Welt anzueignen und verantwortlich mit ihr umzugehen. Diese Grundsätze spiegeln sich im folgenden Arbeitsprogramm und in der Arbeit, die der fzs darüber hinaus macht, wider.

Themenschwerpunkte

1. Studentische Interessenvertretung

Als bundesweiter Dachverband der Studierendenvertretungen in Deutschland sehen wir den fzs als studentische Stimme im politischen Diskurs. Dazu gehört auch das aktive Einmischen in eben diesen politischen Diskurs. Dafür ist es wichtig, mit den politischen Entscheidungsträger*innen in engem Kontakt zu bleiben. Der bereits bestehende Kontakt zu Abgeordneten und Mitarbeitenden im Bundestag aus verschiedenen Fraktionen sollte daher aufrecht erhalten werden und intensiviert werden. Wir müssen uns hierbei bewusst machen, dass auch Fachpolitiker*innen anderer Themen abseits der Hochschul- und Wissenschaftspolitik sich immer wieder mit Themen befassen müssen, die auch uns als Studierende betreffen, wie etwa Mobilität oder Bauen und Wohnen. Es braucht als auch zu diesen Mitgliedern des Bundestag einen möglichst soliden Kontakt. Nicht nur die Politiker*innen selbst sind dabei relevant, denn viel Arbeit passiert auch auf Ebene der Mitarbeitenden der Fraktionen und Abgeordneten. Sie sind oftmals sogar tiefer in Themen eingearbeitet als die Abgeordneten selbst, so dass dieser Kontakt ebenso relevant ist wie der Kontakt zu den Abgeordneten selbst.

Gespräche mit Politiker*innen sind allerdings nur ein Teilbereich studentischer Interessenvertretung. Auch die Zusammenarbeit mit Bündnispartner*innen, der Austausch mit anderen Stakeholdern unseres Themenfeldes und Ministerien so wie auch die Mitarbeit in Gremien sind ebenfalls integraler Bestandteil einer ganzheitlich gedachten studentischen Interessenvertretung. Sie sind daher ebenso relevant. Der aktuell gute Kontakt zu vielen Stakeholdern, wie etwa dem Deutschen Studentenwerk oder der Hochschulrektorenkonferenz, sollte unbedingt weiterhin beibehalten werden. Auch die Vertretung in Gremien sollte weiter aktiv aufrecht erhalten und bestenfalls gestärkt werden, da durch diese oftmals weitere wichtige Kontakte ermöglicht werden. Erst kürzlich hat der Wissenschaftsrat zwei sehr wichtige Papiere zum Thema Studium und Lehre veröffentlicht. In beiden Arbeitsgruppen saßen studentische Vertreter*innen des fzs. Diese Papiere zeigen, dass Gremienarbeit nicht nur relevant ist um Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu pflegen, sondern auch um politische Prozesse aktiv mitgestalten zu können.  Der Kontakt zu zuständigen Ministerien, also in erster Linie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aber auch anderen Ministerien, die sich mit Themen befassen, die das studentische Leben berühren, soll stärker forciert und ausgeweitet werden. Dabei ist nicht nur die Ministerialebene wichtig, sondern auch etwa die parlamentarischen Staatssekretär*innen und weitere Ebenen die die konkrete Arbeit zu den uns betreffenden Themen mit gestalten.

2. BAföG-Strukturreform

Mit dem 27. und 28. BAföG-Änderungsgesetz in den ersten 12 Monaten ihrer Legislatur scheint die Ampelregierung schnell auf die katastrophale soziale Situation der Studierenden zu reagieren. Gleich zwei Änderungen, beeindruckend! Doch wenn wir genauer hinschauen, sehen wir weniger eine bahnbrechende Trendwende als eine Erhöhung unterhalb der Inflationsrate und einen Notfallmechanismus, der viele Studierende in einer Notlage im Stich lässt.
Die Vertreter*innen der Koalitionsparteien feiern sich zwar schon für diese Reförmchen, müssen aber selbst eingestehen: es bleibt Handlungsbedarf. Ein rundum erneuertes BAföG soll und muss her, das studentischer Armut effektiv vorbeugt und studentischen Lebensrealitäten angemessen ist.  Dazu gehört unter anderem eine Rückkehr zum Vollzuschuss, Elternunabhängigkeit, eine Ausweitung der Förderhöchstdauer und eine weitere Anpassung der Fördersätze. Die bisherige Mutlosigkeit lässt befürchten, dass die Entwürfe der Ampelkoalition diese Ziele weit verfehlen werden. Vielleicht geraten sie auch in Versuchung, sich Nachbesserungen bis kurz vor der Wahl 2025 aufzusparen.

Deshalb gilt es jetzt, Druck aufzubauen! Wir brauchen saftige Erhöhungen und eine Ausweitung der Förderquote, spätestens zum Wintersemester 2023. Die Reförmchen dieses Jahres sind ein Tropfen auf den heißen Stein studentischer Armut, dem durch galoppierende Mieten- und Preissteigerung immer weiter Feuer gemacht wird. Als fzs ist in den kommenden Jahren unsere Aufgabe diesen Druck weiter mit aufzubauen und das gerade entstandene Momentum aufrecht zu erhalten. Wir dürfen nicht müde werden, der Koalition immer wieder ihren eigenen Koalitionsvertrag vorzuhalten und sie zur Einhaltung eben dieses Vertrags anzuhalten.

3. Hochschulen in der Krise

Bröckelnde Fassaden, immer größere Lerngruppen durch weniger Lehrpersonal und Toiletten, auf die niemand mehr gehen mag. Im Deutschen Bildungssystem ist das und vieles mehr leider keine Ausnahme und seit Jahren wird diese Situation nicht besser. Eher im Gegenteil. Niedersachsen beispielsweise hat schon seit einigen Jahren eine Minderausgabe in Milliardenhöhe verhängt, und in Halle stehen tausende Studienplätze vor der Streichung. Auch in den kommenden Jahren wird sich diese Situation eher weiter verschärfen als wieder besser zu werden. Dieser negativen Entwicklung müssen wir entschieden entgegentreten. Als fzs bedeutet das für uns unsere Stimme zu nutzen um deutlich zu machen, dass wir als Studierende diese Entwicklung nicht gutheißen und statt Kürzungen weitere Investitionen nötig wären.
Zur Verfügung steht dafür nicht zuletzt die neu aufgesetzte Kampagne unter dem #stopthecuts. Diese Kampagne soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Im Rahmen der aktuellen Kürzungen für den DAAD wird online der Hashtag #stopthecuts bereits ausgiebig verwendet. Jetzt ist es an uns, diesen entstandenen Moment zu nutzen und den Hashtag auch mit weiteren Inhalten zu füllen.

4. Wachstum des fzs

Der fzs konnte im vergangenen Jahr einige neue Beitritte verzeichnen. Schon im April haben wir die Millionenmarke geknackt – zum Wintersemester werden es 1,1 Millionen Studierende sein, die unseren Mitgliedern angehören. Es ist für einen freiwilligen und beitragspflichtigen Verein nicht selbstverständlich, einen derart hohen Organisationsgrad zu erreichen. Wir wollen aber noch weiterkommen. Das Ziel ist klar: so nah wie möglich an die 100%! Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Verband sein zahlenmäßiges in ein qualitatives Wachstum übertragen. Dabei haben wir viele Möglichkeiten:

Wir können unsere bisherigen Arbeitsbereiche ausweiten, in dem wir mehr Zeit, mehr Mühe und materielle Ressourcen zur Verfügung stellen. Wir können neue Arbeitsbereiche erschließen und mit Leben füllen! Wir sollten unsere Arbeit aber nicht nur ausdehnen, sondern auch verdichten, also nicht nur extensiv, sondern auch intensiv wachsen: In dem wir die Beziehung zu unseren Mitgliedern stärken und vertiefen, können wir zugleich die Aktivenbasis des Verbands erweitern und unseren Mitgliedern Arbeit abnehmen. Und indem wir unsere eigene Arbeitsorganisation stetig weiterentwickeln, erreichen wir bessere Ergebnisse mit weniger Mühe.

Um das Wachstum des Verbandes aktiv und strategisch zu gestalten, wurden bereits im letzten Jahr wichtige Schritte gegangen, wie etwa die Einrichtung der Politischen Geschäftsführung. Damit sollen alle Arbeitsbereiche des Verbandes unterstützt werden, eigene Entwicklungsperspektiven zu entwickeln und mit der Entwicklung des gesamten Verbandes in Harmonie zu bringen. Besonders wichtig ist hierbei natürlich die Planung der finanziellen Ressourcen des Verbandes, die in Abstimmung zwischen Vorstand, dem Ausschuss Finanzen und der Politischen Geschäftsführung passieren soll. Dabei müssen wir die rasante Preisentwicklung besonders beachten. Selbst, wenn wir unsere bisherige Arbeit auf gleichem Niveau fortführen, werden wir steigende Ausgaben haben. Um trotzdem qualitatives Wachstum zu ermöglichen, werden wir prüfen müssen, inwieweit die Beiträge auf dem Niveau der letzten 15 Jahre bleiben können. Auch die aktuelle Struktur des Haushalts werden wir kritisch auf den Prüfstand nehmen und mit alternativen Darstellungsformen experimentieren.

Zu Wachstum gehört auch, aktuelle Strukturen zu reflektieren und identifizierten Problemen aktiv entgegenzutreten, um weiterhin ein gesundes Wachstum des Verbandes zu gewährleisten. Die Bewerber*innenlage für Ausschüsse und andere Positionen im fzs zeigt deutlich, dass es aktuell einen Überhang männlicher Kandidierender gibt. Dieser Entwicklung müssen wir jetzt aktiv entgegenwirken und die Förderung von FLINTA-Personen stärken. Dazu gehört sicherzustellen, dass Räume zum expliziten Austausch unter FLINTA-Personen geschaffen werden. Den Einstieg in Ausschussarbeit möglichst niedrigschwellig zu gestalten, ist ein weiterer wichtiger Faktor. Um diese Arbeit zu begleiten und zu ermöglichen, soll im kommenden Jahr ein wichtiger Fokuspunkt auf die Arbeit innerhalb des Verbandes gelegt werden um Strukturen zu evaluieren und schließlich Ideen zu entwickeln wie diesen Strukturen aktiv entgegengewirkt werden kann, Zielforderungen umgesetzt werden können und eine feministische Streitkultur im Verband etabliert werden kann. Der Ausschuss Frauen- und Genderpolitik bietet sich als Raum für diesen Prozess an.

5. Erneuerung und Erweiterung der politischen Bildung

Nachdem der fzs bereits 2019 ein Bildungskonzept beschlossen hatte, das bis heute noch wenig Anwendung fand, wollen wir als fzs Pilotprojekte mit einigen Landes- und oder lokalen Studischaften im Rahmen der Strategie konzipieren und umsetzen. Dies soll dann evaluiert werden, so wie der generelle Umgang mit dem Konzept bislang. 
Zu diesem Konzept soll eine Bildungsstrategie erarbeitet werden, die Fragen rund um verbandsinterne und -externe Bildungsangebote, Lernziele unserer Bildungsarbeit, unterstützende Funktion der Beschlussfassung von Verbandspositionen und klare Leitlinien für inhaltliche Ausgestaltung. Denn nur wenn wir uns bewusst machen, wieso, wofür und für wen wir Bildungsarbeit leisten sollen, kann der Verband sein Bildungsangebot zielgruppenspezifisch anbieten und so auch attraktiver werden. Diese Strategie soll dabei nicht nur auf Veranstaltungen bezogen sein, sondern alle Bildungsaspekte umfassen. Dabei sollen mögliche Formate, wie Social Media oder eigene Publikationen ausprobiert und auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.
Die Bildungsstrategie soll nicht einfach top-down vom Vorstand vorgegeben, sondern mit relevanten Akteur:innen, sowie der Basis, so gut es geht, besprochen werden.

6. TV STUD

Der fzs unterstützt weiterhin die tarifliche Beschäftigung für studentische Beschäftigte. Es darf keine Lücken in der Tarifbindung im öffentlichen Dienst geben. Wir setzen uns gemeinsam mit GEW Studis, GEW, Ver.di Jugend, Ver.di und den Aktiven der TVStud Bewegung dafür ein, diese Leerstelle für über 300.000 studentische Beschäftigte zu füllen. Der fzs vertritt als bundesweite Studierendenvertretung im Rahmen der Vertretung wirtschaftlicher und sozialer Interessen der Studierenden auch studentische Beschäftigte.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Federführung klar bei der Selbstorganisierung der Beschäftigten in der TVStud Bewegung liegt. Wir unterstützen sie, im Rahmen unserer Ressourcen, bei Organizing und Aktionen, sowie eventuellen Streiks oder anderen Arbeitskampfmaßnahmen. Wir setzen uns außerdem bei Politiker*innen in Bundestag, Bundesregierung und ggf. Ländern dafür ein, die Forderungen der TVSTud Bewegung aktiv zu unterstützen. Zur Erreichung der Ziele stimmen wir uns regelmäßig mit Gewerkschaften und Bewegung ab, um mit einer Stimme zu sprechen. 

7. Wohnen ist ein Menschenrecht! 

Dass die Forderungen des Bündnisses „Studis gegen Wohnungsnot“ aus 2018 weiterhin, oder sogar noch aktueller sind, zeigt, wie fatal die Situation im studentischen Wohnungsmarkt ist. Als Studivertretung wollen wir aber nicht alleine gegen die verschärfte Wohnraumknappheit vorgehen. Wir verstehen uns gemeinsam mit Bündnispartner*innen als Anwält*innen für eine Perspektive vom jungen Wohnen insbesondere in Ballungsräumen. Es ist zwingend notwendig, dass in lokalen und kommunalen Entscheidungen die Studivertretungen miteinbezogen werden und die Nachverdichtung zugügig umgesetzt wird. Die eigene Wohnsituation ist entscheidend für die soziale Teilhabe und schon vor Beginn eines Studiums entscheidender Faktor, ob und wenn ja wo, ein Studium in Frage kommt. Um unsere Forderungen voranzutreiben, setzen wir unseren Dialog mit dem Deutschen Studentenwerk, dem neugeschaffenen Bauministerium und dem Sozialbaubündnis der Bundesregierung fort. Insbesondere der Austausch und die Vernetzung der Studierendenvertretungen zu Beginn des Wintersemesters und dem Ansturm auf den knappen Wohnraum wird uns fordern. 

8. Internationale Arbeit – ESU, Topics, DISK und darüber hinaus

TOPICS Network

Die jahrelange Kooperation im TOPICS Network (Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Luxembourg) wollen wir fortsetzen. Der Abschluss des TOPICS Manifest soll weiterhin voran gebracht werden. Zudem soll in Kooperation mit den Netzwerk-Partner*innen der Austausch zu nationalen und internationalen hochschulpolitischen Themen fortgesetzt und in den Verband zurück gespiegelt werden.

Wir werden im Frühjahr 2023 das halbjährlich stattfindende TOPICS Meeting in Deutschland ausrichten.  Dafür verantwortlich ist der Ausschuss Internationales, unterstützt durch den*die Referent*in für Internationales und den Vorstand.

 An Mitgliederversammlungen und sonstigen Veranstaltungen der TOPICS Partner*innen (und eventuell weiteren nationalen Studierendenvertretungen) sollen Vorstand, Ausschussmitglieder und der*die Referent*in für Internationales gleichberechtigt teilnehmen, indem gemeinsam entschieden wird, welche Personen teilnehmen.

European Students‘ Union (ESU)

Wir unterstützen die Bewerbung von fzs Aktiven, insbesondere Mitgliedern des Ausschuss Internationales, auf Taskforces in ESU.

Wir wollen die Vernetzung mit Studierendenvertretungen über TOPICS hinaus und abseits von ESU Veranstaltungen voran bringen. Hierzu sollen in einem ersten Schritt aus den verschiedenen bestehenden Netzwerken (Mednet, NARCS. V4+, SEI, NOM) je eine Studierendenvertretung kontaktiert werden.

Der Ausschuss sichtet den Newsletter und E-Mails von ESU und leitet relevante Informationen an die Mitglieder des fzs weiter, verbreitet ESU Surveys über Mail-Verteiler und Social Media und partizipiert für den Verband bei Umfragen an die nationalen Studierendenvertretungen.

 Der Ausschuss achtet bei seiner Entscheidung über Delegationen zu ESU Mitgliederversammlungen und anderen Veranstaltungen darauf, Vorstand und Referent*in Internationales  wo sinnvoll zu berücksichtigen. Wo thematisch sinnvoll sollen zudem andere fzs Aktive/Interessierte angesprochen werden(z.B. bei Seminaren von ESU, welche ggf. Relevanz für einen anderen Ausschuss oder thematische Referent*in haben).

Wir halten regelmäßigen Kontakt zur für den fzs zuständigen Person in der ESU Exekutive, um Up-To-Date zu bleiben.

Nordmazedonische Studierendenvertretung

Der fzs unterstützt weiterhin die Nordmazedonische Studierendenvertretung (NSA) in ihren Bemühungen zur Mitgliedschaft bei ESU unterstützen, insbesondere über das ESU-Buddy-System. Auch abseits von ESU soll ein regelmäßiger Kontakt zu NSA verfolgt werden.

Der Ausschuss soll, gemeinsam mit dem betreuenden Vorstand ausloten, inwiefern eine unterstützende vertragliche Kooperation mit NSA (ggf. auch gemeinsam mit anderen TOPICS Mitgliedern) sinnvoll sein könnte, ähnlich bestehender Kooperations-Arrangements anderer nationaler Studierendenvertretungen (z.B. hat die dänische Studierendenvertretung ein langjähriges Kooperationsarrangement mit einer afrikanischen Studierendenvertretung, um diese hinsichtlich Capacity-Building aber auch im geringeren Umfang finanziell zu unterstützen).

WAHEN Netzwerk

Der Ausschuss Internationales soll den fzs, gemeinsam mit dem betreuenden Vorstandsmitglied und dem*der Referent*in für Internationales, innerhalb von WAHEN (World Access to Higher Education Network) vertreten. Hierzu ist regelmäßig gemeinsam zu sichten, welche Seminare, Netzwerk-Meetings und sonstiges stattfinden und Leute zu entsenden. Nach Möglichkeit sollen erworbene Kenntnisse etc. in die Ausschussarbeit und in den Verband rückgespiegelt werden.

9. Intersektionalität – Feminismus im Verband – gesellschaft*macht*geschlecht

Das patriarchale Herrschaftsverhältnis wirkt in unserem Alltag und unseren Strukturen fort.Feminismus wird vom fzs weiterhin als Querschnittsthema verstanden. Das bedeutet konkret, dass intersektionaler Feminismus als Prämisse aller Themen und Prozesse behandelt wird. Dabei sollen cisheteronormative Strukturen an Hochschulen kontinuierlich hinterfragt werden und Akteur*innen an Hochschulen in ihrer Auseinandersetzung, auch auf der Handlungsebene, unterstützt werden.
gesellschaft*macht*geschlecht ruft 2022 feministische Gruppen und (hochschulpolitische Strukturen) dazu auf sich mit dem Thema „Solidarität“ auseinanderzusetzen und Räume für Reflexion, Austausch und Verbundenheit zu schaffen. Nach verschiedenen (politischen) Krisen, wie des Angriffskriegs auf die Ukraine, der andauernden Corona-Pandemie und zunehmenden Angriffen von „Einzeltätern“ auf Menschen, die nicht weiße cis-hetero Männer sind, stellen sich außerdem Fragen zur Schaffung und Aufrechterhaltung von Solidarität über Distanz und zu dem Gefühl von Isolation. Der Aktionszeitraum wird auf den Monat November festgelegt. Dabei wird den teilnehmenden Strukturen jedoch zu jedem Zeitpunkt deutlich gemacht, dass es sich bei dem Thema und dem Aktionszeitraum nur um Vorschläge handelt und nicht um Verpflichtungen. Ziel der Kampagne ist es nicht, Themen und Zeitpläne vorzugeben, sondern einen niedrigschwelligen Einstieg in die Organisation von feministischen Veranstaltung(sreih)en zu ermöglichen und damit möglichst vielen Strukturen eine Teilnahme an der Kampagne leicht zu machen.

gesellschaft*macht*geschlecht (g*m*g) soll zu einem Anker feministischer Arbeit für den fzs werden und Feminismus gemeinsam mit dem Ausschuss frauen- und genderpolitik wieder als Querschnittsthema stärken. g*m*g soll nach außen als zentraler Punkt feministischer Arbeit des fzs zu erkennen sein. Das Ziel soll Empowerment marginalisierter Gruppen sein, nicht nur als problemorientierte Veranstaltungsreihe, sondern einen Raum für Freude, Verbundenheit und Utopien mit diversen Aktionsformen schaffen. Als ein zentrales Werkzeug wird Bildungsarbeit – die Verbreitung und Vertiefung von Wissen – verstanden, sowohl in Form von digitalen Informationsformaten (Website, Newsletter), aber auch Flyern und Veranstaltungen.
In dem für nächstes Jahr geplanten Seminar, vom Ausschuss Frauen- und Genderpolitik und gesellschaft*macht*geschlecht vorbereitet und durchgeführt, wird es um patriarchale Arbeitsteilung an Hochschulen gehen. Genauer umfasst dies die Betrachtung der geschlechterbezogenen Verteilung von Care-, Reproduktionsarbeit und akademischer Arbeit an Hochschulen, aber auch Bildungsselektion anhand intersektionaler Kategorien. Auch die prekären Arbeitsbedingungen an Hochschulen sollen aus einer feministischen Perspektive betrachtet und diskutiert werden. Welche feministischen Lösungen kann es für strukturelle Ungleichheiten an Hochschulen geben? Gleichzeitig soll das Seminar mit dem g*m*g Vernetzungstreffen verzahnt sein. Inhalte zu g*m*g sollen nicht nur parallel ablaufen, sondern beide Seminarstränge sollen ineinander greifen und ein gemeinsames Seminar bilden.

10. Wir sind nicht allein

Schon in den vergangenen Jahren haben wir aktiv mit anderen Verbänden zusammengearbeitet um politische Ziele stärker machen zu können. Diese Zusammenarbeit soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. So gibt es beispielsweise regen Kontakt mit gewerkschaftlichen Vertreter*innen insbesondere der GEW und des DGB. Mit beiden arbeiten wir aktuell insbesondere zum Thema TVStud eng zusammen und wollen diese Arbeit fortgeführt werden. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein vierteljährlicher Austausch zwischen fzs, Campusgrün und den Juso Hochschulgruppen etabliert der fortgeführt werden soll.
Auch die Zusammenarbeit und der Austausch mit Parteijugenden und anderen sozial- und hochschulpolitischen Akteur*innen hat sich in den letzten Jahren immer wieder als wertvoll erwiesen und soll fortgeführt wrden. Dazu gehört etwa das Deutsche Studentenwerk, die Hochschulrektorenkonferenz, die Jüdische Studierendenunion Deutschlands oder das Hochschulforum Digitalisierung. In letzterem sollte der fzs auch im kommenden Jahr wieder eine Person für die Digital Changemaker stellen.
Diese Liste ist dabei keineswegs als ausschließliche Liste zu verstehen mit der andere potenzielle Bündnispartner*innen zwangsläufig ausgeschlossen sind. Im Gegenteil ist der Austausch und die mögliche Zusammenarbeit mit weiteren Partner*innen um gemeinsame Ziele anzugehen ausdrücklich erwünscht und notwendig um den Impact des fzs weiter ausbauen zu können.

11. 30 Jahre fzs – Verfasste Student*innenschaft im Wandel

In der nächsten Amtszeit können wir unser Vereinsjubiläum von dreißig Jahren freier zusammenschluss von student*innenschaften feiern! Das wollen wir mit einer Jubiläumsparty feiern, vermutlich bei der Mitgliederversammlung im Sommersemester 2023.Denn dreißig Jahre fzs e.V. sind mehr als nur ein Grund zum Feiern, wir haben in dieser Zeit als Verband viele prägende Kampagnen, Beschlüsse, Demonstrationen und Verhandlungen für die Studierenden in Deutschland geführt. Aber mit einem Schulterklopfer ist es nicht getan. Wir nehmen dieses Jubiläum als Anlass, zurückzublicken und aus den vielen bewegenden Momenten Kraft für die kommende Zeit als Studierendenvertretungen zu sammeln. Aktuell gibt es viele neue Herausforderungen, aber auch schon langbestehende stellen uns immer wieder zu Hürden, ob es die schon seit fast 50 Jahren bestehende Abschaffung der Verfassten Student*innenschaft in Bayern ist oder das Bundesverfassungsgerichtsurteil zu Abschaffung der Drittelparität in den akademischen Senaten. Also lasst uns das Jubiläum nutzen und über unsere Arbeit aufklären und gemeinsam wieder mehr Aktive für die Studierdenvertretungsarbeit vor Ort werben!

12. Studienreform

Studium und Lehre gelten oft als trockene Themen. Für den Alltag der Studierenden sind sie aber von entscheidender Bedeutung. Sei es die Zahl und Form von Prüfungen, die Gestaltung der Studiengänge oder die Lehrformate: wenn das studentische Interesse nicht klar artikuliert wird, wird es auch nicht berücksichtigt werden! Als fzs müssen wir hier an erster Stelle unsere Mitglieder in ihrer Interessenvertretung stärken, in dem wir als Plattform für Wissensaustausch und -weitergabe dienen.
Aber auch in der Bundespolitik können wir uns für bessere Lehr- und Lernbedingungen einsetzen. Die Entwicklung der neuen Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“, die Nachfolge des Qualitätspakt Lehre, sollten wir begleiten. Um unsere Positionen in diesem Bereich auszubauen, sollte sich der Ausschuss für Studienreform und das Referat für gute Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen gemeinsam in aktuelle Diskussionen einlesen und ihre Kenntnisse durch die Planung und Durchführung von Veranstaltungen wie dem „Zukunftskongress Studium und Lehre“ erweitern und den Mitgliedern zugänglich machen. Damit wird zugleich auch die Plattformfunktion des fzs in diesem Bereich erfüllt. Außerdem wäre die Erarbeitung von Positionspapieren zum Themenbereich für die nächste Mitgliederversammlung wünschenswert. 

13. Nachhaltigkeit an Hochschulen fördern

Die aktuellen Extremwetterereignisse zeigen die Klimakrise ist kein Problem der Zukunft sondern schon längst Realität. Dem müssen auch wir als Studierende uns Stellen und die Frage beantworten wie Nachhaltigkeit und Ökologie an Hochschulen aussehen kann. Der fzs erarbeitet im kommenden Jahr daher ein ergänzendes Papier zu unserer bisherigen Positionierung fzs for future um konkretere Ansätze aufzuzeigen, wie Hochschule und unsere Gesellschaft nachhaltiger werden können.